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Junge Cannabis-Karriere im Start-up

13.06.2017, 12:43 Uhr in Service, Anzeige
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Susanne Schmich / pixelio.de

Vor kurzem hat ein Urteil in Deutschland einen Ruck in der Cannabis-Szene ausgelöst: Cannabis wird für medizinische Zwecke freigegeben. Zwar nur unter gewissen Einschränkungen und nur in bestimmten Ausnahmefällen, und doch wurde damit in der Republik eine Art Gründer-Lawine losgetreten. Denn nun ist eine weitere Liberalisierung der Gesetzeslage rund um die Droge nicht mehr so weit weg wie vorher; medizinisch verwertbare Cannabissorten wie White Whidow, OG Kush und so weiter müssen eventuell nicht mehr nur aus den Niederlanden oder Portugal bezogen werden.

Viele Unternehmen aus der Pharmazie hoffen auf einen dadurch ausgelösten Milliardenumsatz. Junge Gründer schauen sich vor allem in den USA ab, was die Legalisierung den dortigen Unternehmern beigebracht hat. Die “Cannabis Business Conference” in Berlin ist daher ein wichtiges Treffen für Unternehmer, Cannabis-Fans uns Politiker. Auch Vertreter der amerikanischen Politik sprechen auf der Konferenz, um ihren deutschen Kollegen Mut für und Hoffnung auf die Legalisierung machen zu können.

Der Münchner Start-Up Gründer Vaclav Wenzel Cerveny sieht keine Notwendigkeit darin, so eine Konferenz (für 600 Euro Teilnahmegebühr) zu besuchen. Cerveny möchte in Deutschland das erste Cannabis-Therapie- und Informations-Centrum (CTIC) gründen, berichtet der Tagesspiegel. Cerveny ist eigentlich Gastronom. Über eine Crowdfunding-Plattform hat er schon knapp 30.000 Euro gesammelt, schon bald soll eröffnet werden.

Sein Zentrum soll einen neuen Umgang mit Cannabis lehren. Es geht vor allem darum, den medizinischen Nutzen der Pflanzen zu erkunden und eine wissenschaftliche Grundlage zu bilden. “Cannabis ist hoch wirksam im Einsatz gegen Schmerzen und in der Rheumatherapie”, das möchte er im CTIC zeigen. Sein Unternehmen ist einerseits eine medizinische Beratungspraxis, die auch Cannabinoide verschreiben darf – eine alternative Behandlungsmethode bei chronischen Schmerzen. Daneben soll es ein Cannabisrestaurant geben, mit einer Bühne für Ärzte und anderen Cannabisbefürwortern. Außerdem gibt es im CTIC einen Modeladen, in dem Klamotten aus Hanf verkauft werden. So soll auch der ganzheitliche Nutzen von Cannabis in den Mittelpunkt gerückt werden. Ums Rauchen geht es ihm bei Cannabis gar nicht. Was Cannabis Informationen betrifft, Aufklärung ist auch ein wichtiges Thema. “Cannabis ist im Zusammenhang mit Tabak Gift. Wobei eben vor allem der Tabak das Gift ist.”

Diese Bewegung in der Hanfszene ist vor allem einem neuen Bundestagsgesetz geschuldet, das endgültig Cannabis als Medizin festlegt. Nun können sich Ausnahmepatienten auch Cannabis auf Rezept verschreiben lassen.