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Mainfranken: Impfpriorisierung bei bayerischen Hausärzten seit heute aufgehoben

vor 22 Tagen in Stadtgespräch
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Seit heute ist die Impfpriorisierung bei bayerischen Hausärzten aufgehoben. Der Freistaat gibt alle Vakzine zum Impfen in Arztpraxen frei. Das heißt: Die Ärzte können selbst entscheiden, in welcher Reihenfolge sie ihre Patienten gegen das Coronavirus impfen.

Bisher waren in Arztpraxen nur die Präparate von Johnson & Johnson und AstraZeneca freigegeben – die Neuregelung gilt jetzt für alle Impfstoffe. In Impfzentren bleibt die Impfpriorisierung bestehen.

Wir haben uns darüber mit Dr. Christian Pfeiffer unterhalten, der Vorsitzender des unterfränkischen Hausärzteverbandes. Er ist der Meinung, dass die Priorisierung zwar sowieso irgendwann fallen musste, hält den Zeitpunkt aber für zu früh. Ist den meisten Praxen gebe es noch genug chronisch Kranke, die beim Impfen aus medizinischer Sicht bevorzugt werden müssten. Außerdem steige jetzt der Erwartungsdruck von Jüngeren hinsichtlich einer raschen Impfung.

Die Impfstoffmenge sei noch lange nicht ausreichend ist. Die Impfstoffe von Biontech werden in den kommenden zwei Wochen größtenteils für Zweitimpfungen gebraucht, so Pfeiffer. Nur ein kleiner Teil bleibe da für Erstimpfungen übrig. Ein Arzt erhalte pro Woche nur 6-12 Dosen des Herstellers Biontech für Erstimpfungen.

Susanne Johna, die Chefin des Ärzteverbandes Marburger Bund, hatte vor der Aufhebung der Impfpriorisierung in Arztpraxen gewarnt. Dadurch würden nur noch mehr Menschen um ein knappes Gut konkurrieren. Das führe zu Frust, da nicht alle gleichzeitig geimpft werden können.