Ochsenfurt: Landwirte protestieren gegen Mercosur-Abkommen

Über 100 Landwirte und knapp 50 Schlepper demonstrieren seit Donnerstagvormittag auf dem Mainparkplatz in Ochsenfurt. Sie gehen gegen das geplante Freihandelsabkommen zwischen der EU und den südamerikanischen Mercosur-Staaten (Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay) auf die Straße. Darüber soll am Donnerstag beim EU-Gipfel in Brüssel entschieden werden.
Es soll unter anderem neue Handelsmöglichkeiten eröffnen und viele Zölle abschaffen. Beispielsweise sollen größere Mengen an Rindfleisch, Geflügel und anderen landwirtschaftlichen Erzeugnissen zollfrei nach Europa eingeführt werden.
Kritik daran gibt es vor allem von den Landwirten: Sie fürchten Wettbewerbsnachteile, Preisdumping und zu wenig Kontrollen. Denn: Während sich die deutschen Bauern an hohe Tierwohl- und Umweltstandards halten müssen, gelten diese nicht für die Einfuhr aus den Mercosur-Staaten.
Die Unterhändler des EU-Parlaments und der EU-Staaten erzielten inzwischen einen Kompromiss: Sollten die Einfuhrmengen um mehr als acht Prozent steigen, wird eine Untersuchung eingeleitet. Gegebenenfalls könnten dann vorübergehend wieder Zölle erhoben werden.
Über das Mercosur-Abkommen wird bereits seit rund 25 Jahren verhandelt. Stimmt die Mehrheit der EU-Mitgliedsstaaten zu, könnte das Abkommen bis Ende 2026 in Kraft treten.




