Unterfranken: Auswirkungen des Mercosur-Abkommens auf die Region

Der Weg für die größte Freihandelszone der Welt ist frei: Die EU-Staaten haben am Freitagmittag für das Mercosur-Abkommen zwischen der EU und vier südamerikanischen Staaten (Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay) gestimmt.
Industrie begrüßt Abkommen
Laut Industrie- und Handelskammer Würzburg-Schweinfurt (IHK) rechnet dadurch für Firmen aus der Region mit einem leichteren Zugang zu einem großen Markt mit über 270 Millionen potenziellen Kunden. Davon erhofft sie sich mehr Wettbewerbsfähigkeit und eine einfachere Abwicklung von Exporten.
Insbesondere der Maschinenbau, Autozulieferer und Chemie- und Elektroindustrie würden vom Abkommen profitieren, da die Produkte durch den Wegfall der Zölle im südamerikanischen Markt günstiger und attraktiver werden würden.
Kritik von Landwirten
Kritik kommt dagegen vom Unterfränkischen Bauernverband. Die Produktions- und Tierwohlstandards in Deutschland seien extrem hoch, in Südamerika aber nicht. Zudem fürchten sie starkes Preisdumping, sodass das Geschäft für manche Landwirte unrentabel werden könnte.
Lediglich die Milchwirtschaft und der Weinhandel könnten vom Abkommen profitieren – in Südamerika sind diese Märkte noch klein, die Nachfrage aber hoch.
Über das Mercosur-Abkommen wird bereits seit rund 25 Jahren verhandelt. Die Unterzeichnung des Vertrags war für den 20. Dezember geplant, wurde aber dann verschoben. Grund dafür ist unter anderem, dass es innerhalb der EU Streit gab. Der Vertrag soll nächste Woche unterzeichnet werden.





