Unterfranken: Soll Promillegrenze bei Radfahrern gesenkt werden?

Alkohol trinken und dann mit dem Fahrrad nach Hause fahren – für einige nichts Ungewöhnliches, für andere ganz schön gefährlich. Beim Verkehrsgerichtstag in Goslar am Mittwoch soll unter anderem darüber diskutiert werden, Promillegrenzen für Radfahrer abzusenken.
Ein Blick nach Unterfranken zeigt: In den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres gab es hier über 1.300 Fahrradunfälle. Bei 84 war der Fahrer alkoholisiert – das sind etwa sechs Prozent.
Im gleichen Zeitraum 2024 lag der Anteil sogar bei 6,8 Prozent.
Auch wenn Alkoholunfälle weniger als zehn Prozent aller Fahrradunfälle ausmachen, sind sie besonders gefährlich. Radfahrerinnen und Radfahrer haben keinen schützenden Fahrzeugrahmen um sich.
Welche Regeln gelten aktuell?
Aktuell greifen für Radfahrer weniger strenge Regeln als für Autofahrer: Ab 1,6 Promille gelten Radler als absolut fahruntüchtig und machen sich strafbar. Aber auch ab 0,3 Promille drohen Konsequenzen – etwa, wenn sie in Schlangenlinien unterwegs sind oder Gleichgewichtsprobleme haben.
Eine Umfrage im Auftrag des deutschen Verkehrssicherheitsrats zeigt jedoch: Eine Mehrheit der Deutschen spricht sich für strengere Regeln bei der Promillegrenze aus. Darüber soll jetzt auch in Goslar beraten werden.
Zum Hintergrund
Der Deutsche Verkehrsgerichtstag ist eine jährliche Konferenz für Verkehrssicherheit in Deutschland. Mit dabei sind Experten aus Wissenschaft, Justiz und Verbänden. Gemeinsam sollen Empfehlungen erarbeitet werden, die beispielsweise für mehr Sicherheit im Straßenverkehr sorgen.





