• Radio Charivari
  • Tel 0800 - 30 80 700
  • Kontakt

On Air

Jetzt anhören
Anzeige

Würzburg: Gedenktag für Holocaust-Opfer am DenkOrt Deportationen

vor 4 Monaten in Lokales
16115720841592403605denkort deportation errffnung fh 1
Foto: Funkhaus Würzburg

In einem Gedenkakt haben am Montagvormittag der Bayerische Landtag und die Stiftung Bayerische Gedenkstätten an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert - am DenkOrt Deportationen in Würzburg. Da der Schwerpunkt des Aktes in diesem Jahr auf dem Thema Deportationen lag, hatte man sich für Würzburg entschieden. Landtagspräsidentin Ilse Aigner appellierte in ihrer Rede daran, die Erinnerung an den Holocaust wach zu halten. Es könne kein Ende der Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus geben, es gebe immer nur neue Anfänge. Wir sind noch nicht in Gänze die Gesellschaft, die wir sein wollen, so Aigner. Über den Gedenkort - den DenkOrt Deporationen am Würzburger Hauptbahnhof - sagte sie, er sei mitten im Leben, ein Ort der Begegnung. Und das sei damals nicht anders gewesen. Deportationen geschahen offen, sie seien kein Umzug gewesen - die Menschen sollten ausgelöscht werden.Der Präsident des Zentralrats der Juden, Dr. Josef Schuster, sprach als Vertreter aller Opfer und erzählte von seiner persönlichen Familiengeschichte. Vom Leid, dass seine Familie unter den Nazis erdulden musste. Er forderte unter anderem größere Anstrengungen bei der Vermittlung von Kenntnissen über die Shoa und die NS-Zeit. Er sei manchmal erschüttert über die vorhandenen Lücken und Defizite der Menschen, so Schuster.Würzburgs Oberbürgermeister Christian Schuchardt ging in seinen Gedenkworten auf die Erinnerungsarbeit in Würzburg ein. Am DenkOrt Deportationen am Hauptbahnhof erinnere man an die Mitbürger, für die es keine Rückkehr gab. Und sich zu erinnern sei wichtig. Das zeige die erschreckende Zunahme rassistisch und antisemitisch motivierter Straftaten - von der Hassrede im Internet bis hin zu den Mordanschlägen in Halle und Hanau, so Schuchardt. Weiter appellierte er eindringlich daran, die Erinnerung wach zu halten an die beispiellosen Verbrechen, zu denen dieser menschenverachtende Ungeist in unserem Land schon einmal geführt habe.Die frühere Präsidentin des bayerischen Landtags, Barbara Stamm, sprach die Schlussworte des Gedenkakts in Form eines Gebets.