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Würzburg: Stadtrats-Diskussion über Parkplätze am Paradeplatz

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vor 3 Monaten in Lokales
Hinter dem Dom in Würzburg am Paradeplatz sind Bäume und Autos auf dem Parkplatz
Foto: Funkhaus Würzburg

Der Würzburger Stadtrat hat am Donnerstag die Touristenachse zwischen Dom und Residenz auf der Tagesordnung. Es geht dabei darum, die Hofstraße aufzuwerten - also einladender und ruhiger zu gestalten. Dazu sollen aber viele der Parkplätze am Paradeplatz wegfallen und einige Nebenstraßen zur autofreien Zone werden.Dazu liegen zwei Anträge mehrerer Fraktionen vor:Die SPD beispielsweise will den Paradeplatz zum reinen Aufenthaltsplatz machen - die Mehrheit der noch vorhandenen Parkplätze würde damit wegfallen. In einem entsprechenden Antrag heißt es, hier solle es in Zukunft lediglich Kurzzeitparkplätze und Parkplätze für Menschen mit Behinderung geben. Die SPD fordert außerdem, die Bereiche Ingolstädter Hof, Hofstraße, Maxstraße, Domerpfarrgasse und Kardinal-Döpfner-Platz als verkehrsberuhigte Bereiche auszuweisen.Ähnlich klingt ein Antrag, den die Grünen, Linke, ÖDP/Würzburger Liste und ZfW gemeinsam eingereicht haben. Auch sie wollen die Parkplatzsituation verändern und sich auf zwölf Behindertenparklätze und Anwohnerparkplätze beschränken und zusätzlich Abstellmöglichkeiten für Fahrräder schaffen. Ganz konkret sollen in einem ersten Schritt alle Parkplätze direkt am Dom wegfallen. Außerdem heißt es in dem Antrag: Die Hofstraße zwischen Domerpfarrgasse und Bibrastraße sowie der zentrale Teil des Kardinal-Döpfner-Platzes soll zur provisorischen Fußgängerzone umgestaltet werden. So soll verhindert werden, dass Autofahrer auf der Suche nach Parkplätzen dort durchfahren und die Aufenthaltsqualität vermindern.Rückmeldungen gab es inzwischen von mehreren Verbänden: Der BUND Naturschutz möchte den Paradeplatz zum Grünen Platz am Dom machen. Viel Kritik an den Plänen kommt vom Würzburger Stadtmarketing "Würzburg macht Spaß" und dem Handelsverband. Händler dürften gerade in der Corona-Pandemie nicht noch weiter geschwächt werden.Ursprünglich sollte bereits vergangene Woche der Planungs-, Umwelt- und Mobilitätsausschuss über diese beiden Anträge abstimmen. Aufgrund der hohen Bedeutung wurde das Thema aber an den gesamten Stadtrat verwiesen. Der Stadtrat stimmt stimmt nun am Donnerstagnachmittag über die Anträge ab. Werden sie angenommen, werden die Pläne erstmal weiterverfolgt. Das bedeutet: Eine endgültige Entscheidung über die Parkplätze am Paradeplatz fällt damit jetzt noch nicht.Würzburgs Oberbürgermeister Christian Schuchardt hat sich vor der Stadtratssitzung in einem Facebook-Post zu dem viel diskutierten Thema geäußert. Er kenne keine andere Stadt, in der Autos direkt an der Kathedrale parken könnten, heißt es. Das mittelfristige Ziel müsse sein, die Stellplätze abzuschaffen - allerdings eingebettet in ein Gesamtkonzept, das gleichermaßen ein besseres Angebot im ÖPNV und bei den Radwegen biete und auch Ausgleichsmaßnahmen zum Parken am Paradeplatz vorsehe. Den aktuellen Zeitpunkt mitten im Lockdown, in dem sich der Einzelhandel existenziell bedroht sehe, halte er für verfehlt, so Schuchardt weiter. Ein weiteres Thema im Stadtrat ist der Klimaschutz. Einige Eckpunkte sollen Würzburg künftig als Leitlinie für ein Konzept zur Anpassung an den Klimawandel dienen. Das sind zum Beispiel neue öffentliche Trinkbrunnen, Hochwasserschutz und die Waldentwicklung.