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Phänomen Warcraft: Vom Strategiespiel zum Kinokassenknüller

vor 4 Jahren in Service, Anzeige
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Mitte der 90er-Jahre war „Warcraft“ nur einer eingefleischten Gruppe von Videospielfans – mit einem Hang zum Strategie-Genre – ein Begriff. Heute prangen die Kinoplakate zum Fantasy-Blockbuster „Warcraft: The Beginning“ in allen großen Städten. Dazwischen liegen das erfolgreichste Onlinerollenspiel aller Zeiten, ein nicht minder erfolgreiches Sammelkartenspiel für Handy und Tablet sowie zahllose Bücher und Comics. Grund genug, das Phänomen „Warcraft“ einmal genauer zu beleuchten.

Von Orks und Menschen

Noch bevor Regisseur Peter Jackson mit den berühmten Verfilmungen von Tolkiens „Herr der Ringe“ den Konflikt zwischen Menschen und Orks einem Mainstream-Publikum näherbrachte, kämpften sich bereits Fans durch die drei Echtzeit-Strategiespiele „Warcraft: Orcs & Humans“ (1994), „Warcraft II“ (1995) und „Warcraft III“ (2002) – entweder auf Seiten der Menschen oder der Orks. Mit dem ersten Teil der Reihe schuf Entwickler Blizzard Entertainment nicht weniger als eines der Urgesteine des populären Strategiespiel-Genres. Dabei sind die Parallelen zu Tolkiens Fantasy-Epos auch in Azeroth, so der Name des fiktiven Landes im Warcraft-Universum, allgegenwärtig: Neben Menschen und Orks tummeln sich hier auch Elfen (bei Tolkien Elben), Zwerge, Trolle und zahlreiche weitere Fabelwesen.

2004 folgte der endgültige Durchbruch der Reihe: Mit „World of Warcraft“ (WoW) brachte Blizzard das bis heute erfolgreichste Onlinerollenspiel auf den Markt. Noch immer wird es mit zahlreichen Patches und Erweiterungen versorgt. Sogar die Presse berichtet regelmäßig über das Spiel: Zum Beispiel anlässlich des zehnjährigen Jubiläums vor knapp zwei Jahren.

Von Sammelkarten und Kinofilmen

Den nächsten Meilenstein erreichte die erfolgreiche Spieleschmiede mit „Hearthstone“: Das pünktlich im Jahr des zehnjährigen Bestehens von „World of Warcraft“ veröffentlicht wurde. Wieder erfindet sich die Reihe neu, denn diesmal heißt das Genre „Online-Sammelkartenspiel“. Außerdem kommen Fans sogar für Lau in den Genuss des Spiel: Es ist Free-to-play und kann – wie andere Onlinespiele auch – über Seiten wie browsergames.de einfach heruntergeladen werden und auch auf mobilen Endgeräten gezockt werden. Es finanziert sich dafür über kostenpflichtige Zusatzinhalte. Wer darauf verzichtet, hat laut Spiegel Online aber trotzdem seinen Spaß. Damit etablierte Blizzard das inzwischen dritte Vertriebsmodell in der Reihe: Während die ursprünglichen Strategiespiele noch ganz klassisch als Vollversionen auf CD gekauft wurden, finanzierte sich WoW nach dem Erwerb der Installationsdiscs vorwiegend über ein Abo-Modell: Die monatlichen Zahlungen der Spieler sollen unter anderem die laufende Weiterentwicklung des Spiels ermöglichen. Mit „Hearthstone“ wird nun auch die Smartphone-Generation angesprochen: Der Einstieg ist leicht und kostenlos. Kein Wunder also, dass die Beliebtheit der Reihe seither immer neue Dimensionen erreichte.

Bisheriger Höhepunkt dieser Erfolgsgeschichte ist der kürzlich in den Kinos angelaufene Film „Warcraft: The Beginning“, der die Vorgeschichte der Computerspiele erzählt und schon jetzt den ersten Platz der deutschen Kinocharts belegt. Da der Film in der Warcraft-Timeline vor den bisherigen Veröffentlichungen ansetzt und nicht einfach nur eine beliebige Episode aus den Games nacherzählt, werden sicher wieder Tausende neuer Fans hinzukommen. Weitere Ausritte nach Azeroth – ob im Spiel oder Film – scheinen in Anbetracht dieser Entwicklungen mehr als wahrscheinlich.

Bildrechte: Flickr World of Warcraft DVD + ManualJuan Pablo Olmo CC BY 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten