• Radio Charivari
  • Tel 0800 - 30 80 700
  • Kontakt

On Air

Jetzt anhören

Wettbetrug: Welche Strafen drohen bei Manipulationen?

07.05.2018, 11:04 Uhr in Service, Anzeige
Hammer 802301 1920
Bild: pixelio.com

In den vergangenen Jahren ist der Wettbetrug zu einem großen Problem geworden. Die Renditen, welche die Betrüger bekommen fallen so hoch aus, dass es oftmals lukrativer scheint, als der Drogenhandel. Es ist also nicht verwunderlich, dass die Bundesregierung deutlich stärker gegen Wettbetrug vorgehen möchte. Fakt ist: Wettbetrug ist schon seit vielen Jahren kein Kavaliersdelikt mehr. Es handelt sich um eine echte Straftat, was bislang leider noch nicht als solche gesehen wurde. Aufgrund der neuen Gesetze soll sich das nun ändern.

Wie wird der Wettbetrug definiert?

Wie bei allen Gesetzen ist die Definition für den Wettbetrug eindeutig formuliert. Dadurch wird klargestellt, was in Zukunft als Wettbetrug definiert wird und was nicht. Es handelt sich nicht um ein abstruses Verbrechen. Im zweiundzwanzigsten Abschnitt des Strafgesetzbuches ist der Tatbestand des Wettbetruges eindeutig definiert. Neben den normalen Gesetzen sind drei weitere Paragraphen in Bezug auf Sportwetten und Wettbetrug eingetragen worden. In diesen Fällen handelt es sich um $ 265c den Sportwetten Betrug, $265d den beruflichen Wettbewerb und $265 die Manipulation von beruflichen Wettbewerben. Alle drei Paragraphen sind schon seit einigen Monaten im Gesetzbuch zu finden. Genauere Formulierungen im Strafgesetzbuch und weitere Informationen rund um das Thema Sportwetten ist auf der Webseite www.fussballwetten.info ersichtlich.

Welche Strafe erwarten einen beim Wettbetrug?

Auf den Wettbetrug selbst wurden ziemlich hohe Strafen gesetzt. Der Grund dafür? Die Strafen sollen ein abschreckendes Niveau erreichen. Bei einer Manipulation von berufssportlichen Wettbewerben drohen dem Betrüger bis zu drei Jahren Haft. Eine Geldstrafe wird jedoch als Alternative angeboten. Eine ähnliche Strafe zieht der Sportwetten Betrug nach sich. Wie bei allen anderen Straftaten auch wird anhand der Schwere des Falles entschieden. Sollten mehrere Personen in einen Fall verwickelt sein, spricht man von einem sogenannten bandenmäßigen Betrug. In solchen Fällen fallen die Strafen eindeutig höher aus.

Das bisherige Gesetz konnte die Sportmanipulationen und Wettbetrüg nicht alle erfassen. Daher waren Verurteilungen bislang nicht möglich, da die Wettbetrüger oft mit mafiösen Strukturen handelten oder wegen anderer Delikte verurteilt wurden. Der ehemalige Profispieler René Schmitz wurde wegen einer kleinen Summe von rund 60 000 Euro wegen Steuerhinterziehung angeklagt. Der Vorwurf der Manipulation von Fußballwetten konnte er sich entziehen, da es bis dato keine juristischen Gesetze gab.

Daher sieht das Justizministerium nun ein neues Gesetz gegen den Wettbetrug vor und arbeitet mit deutlich höheren Strafen. Ist die schwere der Schuld erst einmal nachgewiesen, können wie bereits erwähnt hohe Haftstrafen zwischen drei und fünf Jahren verhängt werden. Ebenso gibt es neue Mittel für die Aufdeckung des Wettbetruges, um die Straffälligen endgültig überführen zu können.

Einige deutsche Richter waren gegen die neuen Gesetze

Viele deutsche Gerichte sprachen sich gegen das neue Gesetz aus. Doch was war der Grund dafür? Einer der Gründe war die Mehrbelastung, die viele Richter befürchtet haben. Auch die Überlastung war ein aufgeführter Grund. Dies sagt jedoch nichts weiter aus, als das dieses neue Gesetz nötig ist. Wieso sonst sollte es sich um eine enorme Mehrbelastung handeln?

Dies ist nicht nur die einzige Kritik, die an dem neuen Gesetz lehnt. Viele sehen das neue Gesetz als zu lasch an. In Italien zum Beispiel bekommen Täter auf das gleiche Vergehen eine Strafe von bis zu neun Jahren Haft. Dies ist im Gegensatz zu Deutschland fast das Doppelte der hier erhaltenen Höchststrafe. Ebenso sehen es Kritiker als eine Gefahr an, dass dieses Strafmaß nicht komplett ausgeschöpft werden kann. Spricht das Gericht eine Strafe von zwei Jahren aus, kann diese sogar auf Bewährung ausgesetzt werden. Es kann daher lange Zeit dauern bis der Wettbetrüger erst einmal eine richtige Haftstrafe bekommt, da die Bewährung noch dazwischen liegt.

Hohe Strafen bei Spielmanipulationen

Strafrechtlich kann der Wettbetrug in Form von Manipulation von Spielen und Sportwetten Strafen bis zu 50 000 Euro geben. Versucht der Betrüger sich dadurch eine fortlaufende Einnahme zu schaffen, liegt bereits ein schwerer Betrug vor, der sogar mit einer Freiheitsstrafe von bis zu zehn Jahren bestraft wird. Es kann sogar passieren, dass Schadensersatz gefordert wird. Haben daher mehrere das Spiel manipuliert kann der Verein oder eher gesagt der Geschädigte Schadensersatz fordern. Dies ist jedoch nur der Fall, wenn man den Schaden auch nachweisen kann.

Was können Buchmacher dagegen tun?

Die Buchmacher selbst versuchen sich natürlich gegen den Wettbetrug zu schützen. In Zusammenarbeit mit dem Unternehmen Sportradar, welches alle Einsätze und Wettquoten auf der ganzen Welt beobachtet, können verdächtige Entdeckungen sofort gemacht werden. Diese werden unmittelbar an die Buchmacher weitergeleitet um sie zu warnen. Sollte es während eines Spiels zu deutlich hohen Einsätzen kommen oder Einsätze auf ein bestimmtes Ergebnis eben, werden diese Informationen sofort an die Buchmacher weitergegeben. Es ist nicht selten, dass die Buchmacher selbst, solche Spiele sofort aus dem Programm nehmen.

Leider gibt es im Bereich Sportwetten viele Betrüger, die sich in den letzten Jahren keine Gedanken um Strafen gemacht haben. Die enttarnten Personen haben lediglich eine symbolische Strafe erhalten. Damit ist nun endlich Schluss. Künftig kann jeder deutlich stärker gegen Wettbetrug vorgehen.