In den letzten Jahrzehnten hat sich viel in der Lebensmittelbranche getan, immer mehr wird industriell hergestellt beziehungsweise verarbeitet. Seit diesem Jahr dürfen in der EU auch Insekten als Lebensmittel zugelassen werden, ein paar gibt es ja bereits, zum Beispiel bei Streetfood-Festivals.



Bei zwei Milliarden Menschen weltweit stehen diese bereits auf der Speisekarte. Insekten sind reich an hochwertigen Proteinen, und auch Mineralstoffe und Vitamine sind zu finden. Aber haben Insekten eine Chance, sich bei uns durchzusetzen?

Wir haben uns mit verschiedenen Experten unterhalten:

Bernhard Reiser, Sternekoch aus Würzburg

Als Koch sieht er keine Notwendigkeit, Insekten in der fränkischen Küche überhaupt ins Spiel zu bringen. Trotzdem kann er sie so zubereiten und würzen, dass es schmeckt. Experimentiert hat er schon einmal mit Maden und daraus Leberkäse gemacht. Das Geheimnis liegt ganz einfach im hohen Eiweißanteil, für den Geschmack haben Gewürze gesorgt.

Große Chancen gibt er den Insekten aber nicht, zum einen liegt es an der mangelnden Akzeptanz der Gäste und er sieht auch aus genusstechnischen Gründen keinen Mehrwert für sich als Koch.

Dr. Winfried Ueckert, Fachbereichsleiter Verbraucherschutz, Veterinärwesen, Lebensmittelüberwachung Stadt Würzburg

Weg vom reinen Geschmack hin zu den Fakten: Im Vergleich zur herkömmlichen Landwirtschaft braucht man bei der Aufzucht von Insekten wesentlich weniger Futter als zum Beispiel bei anderen Tieren. Dadurch und durch den hohen Proteinanteil, der je nach Insektenart bei bis zu 70 Prozent liegt, räumt er den Tierchen in bestimmter Form schon Chancen ein.

Für einen Durchbruch wäre vor allem eine Änderung unserer Essgewohnheiten nötig, aber auch die Art, wie die Insekten den Weg auf unseren Speiseplan finden. Vorstellbar wäre zum Beispiel, dass das Protein für die Herstellung von anderen Lebensmitteln verwendet wird.

 

Lars Seitz, Insektenfarmer

Bis jetzt werden auf seiner Farm in der Nähe von Leipzig nur Insekten als Futtermittel zum Beispiel für Reptilien gezüchtet. Mehrere Millionen der Tiere tummeln sich hier. Durch die rein biologische Aufzucht wäre aber auch der Verkauf als Lebensmittel denkbar. Dazu müsste sein Betrieb aber dementsprechend als Lebensmittelbetrieb zertifiziert werden.

Auch er gibt dem Insekt als Ganzes auf unserem Teller keine große Chance, doch auch Lars Seitz sieht Potential zum Beispiel als Proteinlieferant. Das und andere Bestandteile könnten in andere Produkte einfließen.