Unterfranken: Blitzmarathon 2026 - wo geblitzt wird

 — © Foto: Funkhaus Würzburg
Foto: Funkhaus Würzburg

Am Mittwoch, dem 15. April, wird in Bayern erneut ein 24‑stündiger Blitzmarathon durchgeführt. Die Aktion beginnt um 6 Uhr morgens und läuft bis zum nächsten Tag um 6 Uhr. 

Wie in den Vorjahren werden zahlreiche Messstellen bayernweit offiziell im Vorfeld veröffentlicht. Ziel der Aktion ist nicht, möglichst viele Bußgelder zu verhängen, sondern das Bewusstsein für Verkehrsregeln und sichere Fahrweise zu stärken. Hintergrund sind die weiterhin hohen Zahlen von Unfällen, die auf überhöhte oder nicht angepasste Geschwindigkeit zurückzuführen sind.

Die Polizei setzt moderne Messmethoden ein, darunter mobile und stationäre Blitzer, Lasermessgeräte und digitale Technik, um die Geschwindigkeit an besonders unfallträchtigen Stellen zu kontrollieren. 

Die Messstellen in der Region

Wie hoch sind die Strafen für zu hohe Geschwindigkeit?

Tempoüberschreitung innerorts

Überschreitung Bußgeld Punkte Fahrverbot
bis 10 km/h 30 € – –
11–15 km/h 50 € – –
16–20 km/h 70 € – –
21–25 km/h 115 € 1 –
26–30 km/h 180 € 1 1 Monat
31–40 km/h 260 € 2 1 Monat
41–50 km/h 400 € 2 1 Monat
51–60 km/h 560 € 2 2 Monate
61–70 km/h 700 € 2 3 Monate
über 70 km/h 800 € 2 3 Monate

Tempoüberschreitung außerorts

Überschreitung Bußgeld Punkte Fahrverbot
bis 10 km/h 20 € – –
11–15 km/h 40 € – –
16–20 km/h 60 € – –
21–25 km/h 100 € 1 –
26–30 km/h 150 € 1 1 Monat
31–40 km/h 200 € 1 1 Monat
41–50 km/h 320 € 2 1 Monat
51–60 km/h 480 € 2 1 Monat
61–70 km/h 600 € 2 2 Monate
über 70 km/h 700 € 2 3 Monate

Mythen und häufig gestellte Fragen rund um Blitzer

Warum melden Radiosender Blitzer?
Diese Frage wird häufig gestellt, oft verbunden mit dem Einwand, dass Temposünder ruhig geblitzt werden sollten. Diese Perspektive ist nachvollziehbar, und auch wir setzten uns in unserer Redaktion regelmäßig kritisch mit dieser Praxis auseinander. Dennoch entscheiden wir uns immer wieder bewusst dafür, Blitzer zu melden. Der zentrale Gedanke dahinter ist nicht, Verstöße zu „schützen“, sondern die Verkehrssicherheit zu erhöhen. Wenn eine Warnung dazu führt, dass Fahrer rechtzeitig langsamer werden, sinkt unmittelbar das Unfallrisiko. Vereinfacht gesagt: Es erscheint uns sinnvoller, jemanden rechtzeitig zum Abbremsen zu bewegen, als dass er geblitzt wird, dafür aber einen schweren Unfall verursacht. 

Die Laserpistole sieht alles
Neben klassischen Blitzerkästen setzt die Polizei zunehmend auf Laserpistolen. Sie lassen sich flexibel einsetzen, sind schnell umgestellt und messen in beide Richtungen – sowohl heranfahrende als auch sich entfernende Fahrzeuge. Dank hochwertiger Optik mit bis zu sechsfacher Vergrößerung können Beamte bereits aus großer Distanz erkennen, ob etwa ein Sicherheitsgurt angelegt ist. Geschwindigkeitsmessungen sind dabei schon aus Entfernungen von bis zu 1.000 Metern möglich. Für viele Verkehrsteilnehmer kommt die Kontrolle daher überraschend – oft werden sie erst deutlich später aus dem Verkehr gezogen.

Nachts oder bei schlechtem Wetter blitzen Geräte nicht.
Moderne Blitzer funktionieren unabhängig von Lichtverhältnissen oder Wetter. Sie nutzen oft Infrarot-Blitze, die für das menschliche Auge kaum sichtbar sind. Regen oder Dunkelheit beeinträchtigen die Messung in der Regel nicht. Man ist also auch nachts nicht „sicher“.

Ich werde nur geblitzt, wenn ich direkt vor dem Gerät zu schnell bin.
Nicht unbedingt. Es gibt auch sogenannte Abschnittskontrollen (Section Control), bei denen die Durchschnittsgeschwindigkeit über eine längere Strecke gemessen wird. Außerdem können mobile Blitzer flexibel platziert sein, sodass man sie oft erst spät erkennt. Kurz vor dem Gerät zu bremsen hilft daher nicht immer.

Motorradfahrer können nicht geblitzt werden.
Das ist nur teilweise richtig. Zwar erfassen viele Blitzer standardmäßig das Kennzeichen von vorne, was bei Motorrädern schwieriger ist. Es gibt jedoch Geräte, die auch von hinten blitzen oder speziell für Motorräder ausgelegt sind. Motorradfahrer sind also keineswegs vor Strafen geschützt.

Können auch Fahrräder geblitzt werden?
Die Antwort ist eindeutig: ja. Wer mit dem Fahrrad beispielsweise in einer 30er-Zone zu schnell unterwegs ist, kann ebenfalls erfasst werden. Da Fahrräder kein Kennzeichen haben, ist die nachträgliche Verfolgung allerdings schwierig. Befindet sich die Polizei jedoch vor Ort und hält den Fahrer an, drohen ähnliche Konsequenzen wie Autofahrern – einschließlich Auswirkungen auf den Führerschein.

Sind Blitzer-Apps erlaubt, solange ich sie nicht aktiv nutze?
Nein. In Deutschland ist bereits das betriebsbereite Mitführen einer solchen Funktion während der Fahrt verboten. Das betrifft sowohl spezielle Apps als auch entsprechende Funktionen in Navigationssystemen. Bei Verstoß drohen Bußgelder.

 
 
expand_less