Würzburg: Neuer Name für Virchowstraße?

Die Virchowstraße in der Würzburger Sanderau könnte womöglich einen neuen Namen bekommen. Ein entsprechender Antrag ist vom Stadtrat am Donnerstag zur Weiterverfolgung angenommen worden, das heißt: Es wird geprüft.
Der Antrag verweist auf die umstrittene Rolle des Mediziners und Anthropologen Rudolf Virchow. Trotz seiner Verdienste in der Medizin sei er auch an rassistischer Forschung, Menschenvermessungen und Untersuchungen im Umfeld kolonialer Völkerschauen beteiligt gewesen.
Die Linke sieht darin einen Widerspruch zu den Würzburger Richtlinien für Straßenbenennungen. Eine Kommission wird sich nun mit den Hintergründen auseinandersetzen und dem Stadtrat eine Empfehlung geben.
2022 hatte die Stadt eine Richtlinie erlassen und einige Straßen umbenannt, deren Namensgeber eine teils umstrittene Vergangenheit hatten – beispielsweise, weil sie mit dem NS-Regime zusammengearbeitet hatten.
Wer war Rudolf Virchow?
Rudolf Virchow (1821-1902) war ein deutscher Arzt, Pathologe, Politiker und Begründer der Zellularpathologie, die als Grundlage der modernen Medizin gilt. Von 1849 bis 1856 wirkte er als Professor für Pathologische Anatomie an der Universität Würzburg. In diesen Jahren entwickelte er seine bahnbrechende Erkenntnis „omnis cellula e cellula“ (jede Zelle entsteht aus einer Zelle) und legte damit den Grundstein für die moderne Pathologie.