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Welche Fensterverglasung ist die richtige? Dreifach vs. Zweifachverglasung im Detail

30.01.2026, 10:38 Uhr in Service, Anzeige
Haus Fenster serpier com
Foto: serpier.com

Welche Fensterverglasung ist die richtige? Dreifach vs. Zweifachverglasung im Detail

Die Wahl zwischen 2-fach und 3-fach Verglasung hängt entscheidend vom Gebäude ab. Während Dreifachverglasung in Neubauten und gut gedämmten Altbauten die beste Wärmedämmung bietet, kann sie in schlecht gedämmten Altbauten zu Schimmelbildung an den Laibungen führen. Der Schlüssel liegt im Gleichgewicht der Hausdämmung.

Eine 3-fach Verglasung punktet mit niedrigeren Uw-Werten und ist oft Standard für Neubauten. Allerdings ist sie teurer und schwerer. Eine hochwertige 2-fach Verglasung kann in älteren Gebäuden die wirtschaftlichere Lösung sein, um ein Dämm-Ungleichgewicht zu vermeiden. Dieser Ratgeber erklärt im Detail, welche Verglasung für welches Gebäude die richtige Wahl ist.

Das Wichtigste in Kürze

  • Gebäudeabhängig: 3-fach Verglasung eignet sich für Neubauten und sanierte Altbauten, 2-fach kann in ungedämmten Altbauten besser sein
  • U-Werte: 3-fach erreicht 0,6-0,8 W/(m²K), 2-fach liegt bei 1,1-1,3 W/(m²K)
  • Kosten: 3-fach ist 10-15% teurer, amortisiert sich aber durch Energieeinsparung und Förderung
  • Förderung: Bis zu 20% BAFA-Zuschuss (max. 12.000€) für U-Wert ≤ 0,95 W/(m²K)
  • Schimmelrisiko: Bei ungedämmten Wänden kann 3-fach Verglasung zu Feuchteproblemen führen
  • Professionelle Beratung: Eine Energieberatung ist ratsam, um die beste Entscheidung für Ihr spezifisches Gebäude zu treffen

Was ist der Unterschied zwischen 2-fach und 3-fach-Verglasung?

Der grundlegende Unterschied liegt in der Anzahl der Glasscheiben und der damit verbundenen Dämmleistung. Beide Varianten gehören zur Kategorie der Mehrscheiben-Isoliergläser und bieten deutlich bessere Wärmedämmung als alte Einfachverglasungen.

Aufbau und Funktionsweise

Eine 2-fach Verglasung besteht aus zwei Glasscheiben mit einem dazwischenliegenden, gasgefüllten Zwischenraum. Dieser ist üblicherweise mit Edelgas wie Argon gefüllt, das Wärme schlechter leitet als Luft. Die zum Raum gewandte Scheibe trägt eine unsichtbare Metalloxidschicht, die wie ein Wärmespiegel funktioniert: Heizwärme bleibt drinnen, Sonnenstrahlen kommen herein.

Die 3-fach Verglasung verfügt über drei Glasscheiben und damit zwei gasgefüllte Zwischenräume. Diese zusätzliche Dämmschicht sorgt für deutlich niedrigere Uw-Werte und macht die Verglasung besonders energieeffizient. Die Scheibenzwischenräume sind oft mit Krypton gefüllt, einem Edelgas mit noch besseren Dämmeigenschaften als Argon.

Direkter Vergleich: 2-fach vs. 3-fach

Eigenschaft

2-fach-Verglasung

3-fach-Verglasung

Aufbau

2 Glasscheiben

3 Glasscheiben

| 1 Zwischenraum | 2 Zwischenräume

Wärmedämmung | Gut | Besser (niedrigerer Uw-Wert) Uw-Wert (Fenster) | 1,1-1,3 W/(m²K) | 0,6-0,8 W/(m²K) Schallschutz | Gut | Besser Energieeffizienz | Ausreichend | Höher Preis | Günstiger | Höherer Preis Gewicht | Leichter | Schwerer Standard für Neubauten | Selten | Oft Standard Eignung gut gedämmter Altbau | Möglich | Empfohlen Eignung schlecht gedämmter Altbau | Kann ausreichend sein | Schimmelgefahr! Förderung | Meist nicht förderfähig | BEG-förderfähig Zukunftssicherheit | Begrenzt | Zukunftssichere Wahl

Der U-Wert: Warum er bei der Wahl entscheidend ist

Der Wärmedurchgangskoeffizient, kurz U-Wert, ist der wichtigste Indikator für die Dämmleistung eines Fensters. Er gibt an, wie viel Wärme in Watt pro Quadratmeter und Kelvin Temperaturunterschied von innen nach außen wandert. Je niedriger der Wert, desto besser die Dämmung.

Was bedeuten Ug-Wert, Uw-Wert und Uf-Wert?

Bei Fenstern werden drei verschiedene U-Werte unterschieden:

  • Ug-Wert (glass): beschreibt die Verglasung selbst
  • Uf-Wert (frame): bezieht sich auf den Fensterrahmen
  • Uw-Wert (window): gibt den Wert des gesamten Fensters an

Für die Förderung und den tatsächlichen Energieverlust ist der Uw-Wert entscheidend, da er Glas und Rahmen zusammen bewertet.

U-Werte im Vergleich: 2-fach vs. 3-fach

Bei der 2-fach Verglasung liegt der Ug-Wert des Glases bei etwa 1,1 W/(m²K), der Uw-Wert des gesamten Fensters erreicht 1,1-1,3 W/(m²K). Das ist bereits deutlich besser als alte Isolierverglasungen aus den 1990er-Jahren, die Werte um 2,5 W/(m²K) aufwiesen.

Die 3-fach Verglasung erreicht dank der zusätzlichen Dämmschicht einen Ug-Wert von 0,5-0,7 W/(m²K). Der Uw-Wert liegt zwischen 0,6 und 0,8 W/(m²K). Durch diese niedrigeren Uw-Werte kann nur etwa halb so viel Wärme entweichen wie bei 2-fach Verglasung.

Historische Entwicklung der U-Werte

Die Entwicklung der Fensterverglasung zeigt den enormen Fortschritt in der Wärmedämmung:

Fenstertyp

Zeitraum

U-Wert

Einordnung

Einfachverglasung alt

vor 1980

~5,0 W/(m²K)

Sehr schlecht

Einfachverglasung

1980er

~2,8 W/(m²K)

Schlecht

Isolierverglasung

1990er

~2,5 W/(m²K)

Veraltet

2-fach modern

ab 2000

1,1-1,3 W/(m²K)

Gut

3-fach modern

ab 2010

0,5-0,9 W/(m²K)

Sehr gut

Passivhausfenster

aktuell

<0,8 W/(m²K)

Exzellent

Diese Entwicklung zeigt: Moderne Fenster dämmen heute fünfmal besser als Modelle vor 1980. Ein Austausch alter Fenster bringt daher erhebliche Energieeinsparungen.

Wärmedämmung und Energieeffizienz: Der praktische Unterschied

Die bessere Dämmung der 3-fach Verglasung schlägt sich direkt in niedrigeren Heizkosten nieder. Doch wie groß ist der Unterschied in der Praxis?

Wie funktioniert die Edelgas-Füllung?

Die Scheibenzwischenräume sind mit Edelgasen gefüllt, die Wärme deutlich schlechter leiten als Luft. Argon ist das Standardgas und verbessert die Dämmung um etwa 20% gegenüber Luftfüllung. Krypton dämmt noch besser, ist aber teurer und kommt vor allem bei schmalen Scheibenzwischenräumen zum Einsatz. Beide Gase bleiben über Jahrzehnte stabil im Scheibenzwischenraum.

Mehrkammersysteme im Fensterrahmen

Neben der Verglasung spielt auch der Fensterrahmen eine wichtige Rolle. Moderne Kunststofffenster verfügen über mehrere isolierende Kammern im Profil. Hochwertige Profile erreichen mit 5-7 Kammern hervorragende Dämmwerte. Bei Aluminiumfenstern sorgen mehrschalige Profile mit Isolationskern für gute Wärmedämmung.

Reale Heizkosteneinsparung

Die Energieeinsparung hängt von der Größe und Anzahl der Fenster ab. Hier ein Vergleich für den Austausch alter Fenster (U=3,0 W/(m²K)):

Gebäudetyp

Mit 2-fach (U=1,3)

Mit 3-fach (U=0,8)

Ersparnis 3-fach vs. 2-fach

Einfamilienhaus 140m²

~1.200€/Jahr

~900€/Jahr

~300€/Jahr

Reihenhaus 100m²

~800€/Jahr

~600€/Jahr

~200€/Jahr

Wohnung 80m²

~550€/Jahr

~400€/Jahr

~150€/Jahr

Die höhere Energieeffizienz der 3-fach Verglasung zahlt sich also langfristig aus, auch wenn die Anschaffung teurer ist.

Schallschutz, Einbruchschutz und weitere Eigenschaften

Neben der Wärmedämmung spielen weitere Faktoren bei der Fensterwahl eine Rolle.

Warum 3-fach besser gegen Kälte und Lärm ist

Eine 3-fach Verglasung ist besser gegen Kälte und Lärm. Die zusätzliche Scheibe und der zweite Zwischenraum verbessern sowohl den Wärme- als auch den Schallschutz. Allerdings hängt der Schallschutz nicht nur von der Anzahl der Scheiben ab. Entscheidend sind vor allem die Dicke der Glasscheiben und der Abstand zwischen ihnen.

Für besonders guten Lärmschutz gibt es spezielle Schallschutzfenster mit unterschiedlichen Scheibendicken. Diese können auch bei 2-fach Verglasung sehr gute Werte erreichen. Wer gezielt gegen Verkehrslärm dämmen möchte, sollte auf die Schallschutzklasse achten, nicht nur auf die Anzahl der Scheiben.

Sicherheit: VSG und ESG erklärt

Beim Einbruchschutz spielt weniger die Anzahl der Scheiben eine Rolle, sondern die Art des Glases:

  • Verbundsicherheitsglas (VSG): Zwei Scheiben sind mit einer reißfesten Folie verbunden. Wird das Glas beschädigt, bleiben die Bruchstücke an der Folie haften. Das schützt vor Verletzungen und erschwert Einbrechern den Zugang.
  • Einscheibensicherheitsglas (ESG): Speziell gehärtetes Glas, das bei Bruch in kleine, stumpfe Krümel zerfällt. Das Verletzungsrisiko sinkt deutlich.

Moderne Fenster können beide Verglasungsarten in 2-fach wie 3-fach Ausführung erhalten.

G-Wert und Sonnenschutz

Der G-Wert gibt an, wie viel Sonnenstrahlung durch das Fenster ins Gebäude gelangt. Ein hoher G-Wert bedeutet im Winter kostenlose Heizwärme durch die Sonne. Im Sommer kann er jedoch zu Überhitzung führen.

Die 3-fach Verglasung hat durch die zusätzliche Scheibe einen etwas niedrigeren G-Wert als 2-fach Verglasung. Das bedeutet: Im Sommer bleibt es kühler, im Winter kommt aber auch weniger solare Wärme herein. Bei Südfenstern in Neubauten kann das ein Vorteil sein.

Warum 2-fach leichter und günstiger ist

Die 2-fach Verglasung hat eine Scheibe weniger als 3-fach, wodurch sie etwa 15-20% leichter ist. Das erleichtert die Montage und spart Materialkosten, was sich im Preis niederschlägt – etwa 10-15% günstiger. In älteren Gebäuden mit schwächeren Fensterrahmen kann das leichtere Gewicht ein praktischer Vorteil sein. Zudem benötigen die Beschläge keine so hohe Tragfähigkeit.

Kosten und Förderung: Was zahlt sich aus?

Die Investition in neue Fenster ist erheblich. Umso wichtiger ist es, Kosten und Fördermöglichkeiten genau zu kennen.

Preisunterschied zwischen 2-fach und 3-fach

Ein 2-fach verglastes Standardfenster kostet ab etwa 750€ inklusive Einbau. Die 3-fach Verglasung liegt bei vergleichbarer Qualität etwa 10-15% höher, also rund 850€. Bei größeren Fenstern oder besonderen Anforderungen wie Schallschutz oder Sicherheitsglas steigen die Preise entsprechend.

Der höhere Preis der 3-fach Verglasung relativiert sich durch zwei Faktoren: die höhere Energieeffizienz mit niedrigeren Heizkosten und die besseren Fördermöglichkeiten.

BAFA-Förderung und BEG-Zuschüsse

Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG EM) bietet attraktive Zuschüsse für den Fenstertausch:

  • Basis-Zuschuss: 15% der förderfähigen Kosten
  • Mit iSFP-Bonus: 20% der förderfähigen Kosten
  • Förderfähige Kosten: max. 30.000€ ohne iSFP, max. 60.000€ mit iSFP
  • Maximaler Zuschuss: 12.000€ (20% von 60.000€)
  • Bedingung: Uw-Wert ≤ 0,95 W/(m²K) – meist nur mit 3-fach erreichbar

Ein individueller Sanierungsfahrplan (iSFP) lohnt sich also doppelt: Er bringt 5% mehr Förderung und verdoppelt die förderfähigen Kosten.

Förderprogramm

Zuschusshöhe

Max. förderfähig

Max. Zuschuss

Bedingungen

BAFA BEG EM Basis

15%

30.000€

4.500€

U-Wert ≤ 0,95 W/(m²K)

BAFA BEG EM mit iSFP

20%

60.000€

12.000€

iSFP + U-Wert ≤ 0,95

KfW Ergänzungskredit

Zinsvergünstigt

120.000€

Kombination mit BAFA

KfW 261 Effizienzhaus

Bis 45%

150.000€

67.500€

Effizienzhaus-Standard

Amortisation: Wann rechnet sich die Investition?

Die Amortisationszeit hängt von der Ausgangssituation ab. Bei einem Einfamilienhaus mit 20 Fenstern (je ca. 850€ für 3-fach inkl. Einbau) liegt die Investition bei etwa 17.000€. Mit 20% BAFA-Förderung (3.400€) bleiben 13.600€ Eigenanteil.

Bei einer jährlichen Ersparnis von 900€ gegenüber alten Fenstern amortisiert sich die Investition nach etwa 15 Jahren. Gegenüber neuen 2-fach Fenstern (zusätzliche Ersparnis 300€/Jahr) dauert es länger. Jedoch ist die 3-fach Verglasung die zukunftssichere Wahl bei steigenden Energiepreisen und erfüllt höchste Energiestandards.

Für wen eignet sich welche Verglasung?

Die Entscheidung zwischen 2-fach und 3-fach Verglasung ist keine pauschale, sondern hängt vom Gebäudetyp und Dämmzustand ab.

Dreifachverglasung im Neubau

Im Neubau ist die 3-fach Verglasung heute oft Standard. Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) fordert zwar formal nur einen Uw-Wert von maximal 1,3 W/(m²K), doch für KfW-Effizienzhäuser und Förderprogramme sind niedrigere Werte nötig. Die 3-fach Verglasung passt perfekt zur gut gedämmten Gebäudehülle moderner Neubauten.

Vorteile im Neubau:

  • Ausgewogenes Dämmkonzept ohne Wärmebrücken
  • Höchste Energieeffizienz
  • Förderung möglich
  • Erfüllung von KfW-Standards

Zweifach- oder Dreifachverglasung im Altbau

Bei Altbauten ist die Situation differenzierter. Entscheidend ist der Dämmzustand der Gebäudehülle.

Gut gedämmter Altbau (energetisch saniert): Hier ist 3-fach Verglasung empfohlen. Die Wände sind bereits gedämmt, das Dach ist isoliert. Neue Fenster mit niedrigen Uw-Werten passen ins Gesamtkonzept und sorgen für ein ausgewogenes Dämmgleichgewicht. Die höhere Energieeffizienz senkt die Heizkosten spürbar.

Schlecht gedämmter Altbau (unsaniert): In ungedämmten Altbauten kann 2-fach Verglasung die bessere Wahl sein. Der Grund: Wenn Fenster (U=0,8) deutlich besser dämmen als Wände (U=1,5-2,0), entsteht ein Dämm-Ungleichgewicht. Die warme Raumluft kondensiert dann an den kälteren Wänden statt an den Fenstern – Schimmelbildung an den Laibungen droht.

Eine hochwertige 2-fach Verglasung kann ausreichend sein, wenn die Wände schlecht gedämmt sind. Sie bietet dennoch deutlich bessere Dämmung als alte Fenster, ohne das Gleichgewicht der Hausdämmung zu stark zu verschieben.

Sonderfall: Passivhausfenster

Für Passivhäuser gibt es spezielle Fenster mit Uw-Werten unter 0,8 W/(m²K). Diese erreichen durch optimierte Rahmen und hochwertige Dreifachverglasung mit Krypton-Füllung Spitzenwerte. OKNOPLAST PAVA beispielsweise erreicht 0,7 W/(m²K) und bietet durch Mitteldichtung 10% mehr Lichtdurchlass als konventionelle Passivhausfenster.

Passivhausfenster kosten etwa 20-30% mehr als Standard-Dreifachverglasung, erfüllen aber die strengen Anforderungen energieeffizienten Bauens und sind förderfähig.

Gebäudetyp

Dämmzustand

Empfehlung

Begründung

Neubau KfW 55

Vollgedämmt

3-fach Pflicht

Energiestandard erforderlich

Altbau saniert

Gut gedämmt

3-fach empfohlen

Ausgewogene Dämmung

Altbau unsaniert

Ungedämmt

2-fach besser

Schimmelgefahr bei 3-fach

Denkmalschutz

Variabel

Individuelle Beratung

Auflagen beachten

Passivhaus

Vollgedämmt

Passivhausfenster

U < 0,8 erforderlich

Schimmelgefahr bei falscher Wahl: So vermeiden Sie Feuchteschäden

Das Thema Schimmelbildung ist bei der Fensterwahl entscheidend, wird aber oft unterschätzt. Bei unzureichender Dämmung der Wände kann 3-fach Verglasung zu Kondenswasser und Schimmel führen.

Warum entsteht Schimmel bei 3-fach Verglasung im Altbau?

Der Mechanismus ist folgender: Wenn Fenster mit niedrigen Uw-Werten (0,8 W/(m²K)) besser dämmen als die umgebenden Wände (1,5-2,0 W/(m²K)), bleibt die Fensteroberfläche wärmer als früher. Gleichzeitig sind die Wände kälter.

Warme Raumluft kann viel Feuchtigkeit aufnehmen. Trifft sie auf kalte Oberflächen, kondensiert die Feuchtigkeit. Früher geschah das an den Fenstern – sie beschlugen. Mit modernen 3-fach Fenstern passiert es nun an den Wänden, besonders an den Laibungen (den seitlichen Wandflächen neben dem Fenster).

Schimmelbildung an den Laibungen vermeiden

Um Schimmelbildung an den Laibungen zu vermeiden, gibt es mehrere Strategien:

  1. Lüftungskonzept umsetzen: Regelmäßiges Stoßlüften (3-4x täglich für 5-10 Minuten) ist bei modernen Fenstern Pflicht. Eine kontrollierte Wohnraumlüftung ist noch besser.
  2. Dämmung der Laibung: Die Fensterlaibungen können zusätzlich gedämmt werden, um ihre Oberflächentemperatur zu erhöhen.
  3. Gesamtsanierung planen: Wenn die Fassade ohnehin saniert werden soll, sollten Fenster und Wanddämmung zusammen geplant werden.
  4. Bei unsanierten Gebäuden 2-fach wählen: Eine hochwertige 2-fach Verglasung kann ausreichend sein, um das Gleichgewicht der Hausdämmung zu wahren, bis eine Gesamtsanierung möglich ist.

Das Gleichgewicht der Hausdämmung wahren

Das Gleichgewicht der Hausdämmung bedeutet, dass alle Bauteile ähnlich gute Dämmwerte haben sollten. Ein Haus mit U=0,8 Fenstern, U=2,0 Wänden, U=1,5 Dach und U=1,0 Bodenplatte ist unausgewogen. Die Feuchtigkeit sucht sich die kälteste Stelle – und das sind dann die Wände.

Eine professionelle Energieberatung ist ratsam, um die beste Entscheidung für Ihr spezifisches Gebäude zu treffen und Schimmelprobleme zu vermeiden. Der Energieberater erstellt ein Gesamtkonzept, das alle Bauteile berücksichtigt.

3-fach Verglasung: Vorteile und Nachteile im Detail

Die Dreifachverglasung bietet viele Vorteile, hat aber auch Nachteile, die vor allem im Altbau relevant sind.

Vorteile

  • Bessere Wärmedämmung: Mit Uw-Werten von 0,6-0,8 W/(m²K) erreicht 3-fach Verglasung deutlich niedrigere Werte als 2-fach (1,1-1,3 W/(m²K))
  • Höhere Energieeffizienz: Die bessere Dämmung senkt die Heizkosten nachweislich. Ein Einfamilienhaus spart etwa 300€/Jahr zusätzlich gegenüber 2-fach Verglasung
  • Oft Standard für Neubauten: Moderne Gebäude setzen auf 3-fach Verglasung, um energetische Anforderungen zu erfüllen
  • Besserer Schallschutz: Die zusätzliche Scheibe verbessert die Schalldämmung, besonders bei optimierter Bauweise
  • Förderfähig: Mit U-Werten unter 0,95 W/(m²K) erfüllt 3-fach die Förderkriterien – bis zu 20% BAFA-Zuschuss möglich
  • Zukunftssichere Wahl: Bei steigenden Energiepreisen und strengeren Standards ist 3-fach Verglasung die nachhaltige Lösung
  • Weniger Strahlungskälte: Die innere Scheibe bleibt wärmer, das Raumklima wird als angenehmer empfunden

Nachteile

  • Höherer Preis: 10-15% Mehrkosten gegenüber 2-fach Verglasung
  • Schwerer: Das zusätzliche Glas erhöht das Gewicht um 15-20%, was stabile Rahmen und Beschläge erfordert
  • Kann bei unzureichender Dämmung der Wände zu Kondenswasser und Schimmel führen: In unsanierten Altbauten droht Schimmelbildung an den Laibungen
  • Niedrigerer G-Wert: Etwas weniger solare Wärmegewinne im Winter
  • Lüftungskonzept nötig: Dichte Fenster erfordern konsequentes Lüftungsverhalten

2-fach Verglasung: Vorteile und Nachteile im Detail

Auch die klassische Zweifachverglasung hat ihre Berechtigung, besonders in bestimmten Gebäudesituationen.

Vorteile

  • Günstiger: Etwa 10-15% niedrigere Anschaffungskosten als 3-fach Verglasung
  • Leichter: Geringeres Gewicht erleichtert Montage und belastet Rahmen weniger
  • Gut für ältere Gebäude geeignet: In ungedämmten Altbauten oft die bessere Wahl
  • Kann ausreichend sein, wenn die Wände schlecht gedämmt sind: Vermeidet Dämm-Ungleichgewicht und Schimmelgefahr
  • Höherer G-Wert: Mehr solare Wärmegewinne durch besseren Gesamtenergiedurchlassgrad

Nachteile

  • Schlechterer Wärmeschutz: Mit Uw-Werten von 1,1-1,3 W/(m²K) deutlich weniger effizient als 3-fach
  • Schlechterer Schallschutz: Eine Scheibe weniger bedeutet weniger Lärmschutz
  • Meist nicht förderfähig: U-Wert liegt oft über der Fördergrenze von 0,95 W/(m²K)
  • Höhere Heizkosten: Langfristig teurer durch höheren Energieverbrauch
  • Begrenzte Zukunftssicherheit: Bei steigenden Standards könnte erneuter Austausch nötig werden

2-fach-Verglasung

3-fach-Verglasung

Vorteile

• Günstiger
• Leichter
• Für Altbau geeignet
• Ausreichend bei schlechter Wanddämmung
• Höherer G-Wert

• Beste Wärmedämmung
• Höchste Energieeffizienz
• Förderfähig
• Zukunftssichere Wahl
• Besserer Schallschutz
• Oft Standard für Neubauten

Nachteile

• Höhere Heizkosten
• Keine Förderung
• Schlechterer Schallschutz
• Begrenzte Zukunftssicherheit

• Teurer (+10-15%)
• Schwerer
• Nicht für ungedämmte Altbauten
• Lüftungskonzept nötig
• Kann zu Schimmel führen

Professionelle Energieberatung: Wann sie nötig ist

Eine professionelle Energieberatung ist ratsam, um die beste Entscheidung für Ihr spezifisches Gebäude zu treffen und Schimmelprobleme zu vermeiden. Der Energieberater analysiert den Ist-Zustand Ihres Hauses und erstellt ein Gesamtkonzept.

Was macht eine Energieberatung?

Ein qualifizierter Energieberater:

  • Misst die U-Werte aller Bauteile (Wände, Dach, Fenster, Boden)
  • Erstellt eine Wärmebildaufnahme zur Identifikation von Wärmebrücken
  • Berechnet den aktuellen Energieverbrauch
  • Entwickelt Sanierungsvorschläge mit Kosten-Nutzen-Rechnung
  • Erstellt einen individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP)
  • Prüft Fördermöglichkeiten und unterstützt bei Anträgen

Wann ist eine Beratung besonders wichtig?

Besonders bei Altbauten ist eine Energieberatung sinnvoll, bevor neue Fenster eingebaut werden. Der Berater kann einschätzen, ob 3-fach Verglasung zum Gebäude passt oder ob zunächst andere Maßnahmen nötig sind.

Auch für die BAFA-Förderung ist ein Energieberater Voraussetzung – er muss die fachgerechte Planung und Durchführung bestätigen. Die Kosten für die Beratung selbst werden ebenfalls gefördert (bis zu 80% bei Ein- und Zweifamilienhäusern).

OKNOPLAST Beratung

Mit über 30 Jahren Erfahrung in der Fensterproduktion bietet OKNOPLAST umfassende Beratung für die richtige Verglasung. Die ECOFUSION-Serie eignet sich besonders für Altbau-Sanierungen und erfüllt alle BEG-Förderkriterien. Für Neubauten und Passivhäuser bietet PAVA mit Uw=0,7 W/(m²K) höchste Energieeffizienz.

OKNOPLAST produziert mit eigener Photovoltaik-Anlage und ist nach ISO 14001 zertifiziert – nachhaltige Fensterlösungen für zukunftssicheres Bauen.